28. November 2018

Heute fand in Düsseldorf das 3. Symposium Taktische Lagen im Rettungsdienst statt. Wie auch bei den beiden Veranstaltungen zuvor war auch diese Veranstaltung mit nahezu 500 Teilnehmern ausverkauft und hochinteressant.

Eindrucksvoller Einsatzbericht aus Las Vegas von der Schießerei bei einem Musikfestival am 01.10.2017 mit 58 Toten und einer Vielzahl von Verletzten.

Im zweiten Themenblock standen psychologische Aspekte zur Vorbereitung auf Angriffe auf Rettungsteams und auf Einsatzsituationen AMOK/Terror. Hier ist es sehr sinnvoll, sich im Vorfeld mit Warnhinweisen, Kommunikationsstrategien und Einsatzkonzepten zu beschäftigen. Nur wer sich sinnvoll und nachhaltig im Vorfeld mit der Thematik beschäftigt, ist entsprechend vorbereitet. Konzepte mit Gegengewalt, Bewaffnung und Anschaffung entsprechender Schutzbekleidung für/durch den Rettungsdienst wird nicht empfohlen.

Im Vortrag CBRN-Lage im Anschlagsfall wurde deutlich, dass die Möglichkeit sehr einfach sind, die chemischen Utensilien zur Bau von Anschlagsmaterialien zu erwerben. Hier gibt es für die Zukunft noch viele offene Fragen und Absprachen zu tätigen hinsichtlich der Detektion, Dekontamination von Verletzten und Unverletzten sowie zur Gabe geeigneter Antidota.

Kollege Josse aus Ulm berichtete über eine sinnvolle Vorhaltung von Materialien, um für die Behandlung von Patientinnen und Patienten aus Taktischen Polizeilagen. Kritische Blutungen stellen hier die höchste Gefahr dar. besonders ist hierzu der Einsatz von Tourniquets, Hämostyptika und Chest Seals sinvoll. Nachgeordnet sind ein angemessenes Aurwaymanagement, der sinnvolle Einsatz von Tranexamsäure (kritisches C-Problem), Schmerzbehandlung und Hypothermieprophylaxe wichtig. Besonderer Blick muss auf eine suffiziente Blutstillung gerichtet werden (Tourniquet, Hämostyptika, Packing, manuelle Kompression). All dieses muss ausreichend und regelmäßig geübt werden. Die Einteilung der Einsatzstelle in eine unsichere (rot), teilsichere (gelb) und sichere (grün) Zone ist allgemein üblich. Zum Verständnis der Unterschiede: bei einem zivilen MANV (Patient bestimmt das medizintaktische Vorgehen) bestimmt bei einer taktischen Lage diese Polizei-Lage das medizinische Vorgehen. Verwiesen sei weiterführend auf die Leitlinien der TREMA e.V. zur Verletztenversorgung bei taktischen Lagen.

In einigen beeindruckenden Fallberichten wurde deutlich, dass Kommunikation zwischen Polizei und Rettungsdienst entscheidend für die Sicherheit und angestrebte Vorgehenstaktik der Rettungsteams ist. Wichtig ist, frühzeitig an eine PSNV-Versorgung zu denken und ausreichend Personal hierfür zu alarmieren.
Es wurde deutlich, dass bei solchen AMOK/Terror-Lagen die Kliniken durch viele Selbsteinweiser und hochdynamischen Einsatzverlauf besonders belastet sind.

Sehr gelungene Veranstaltung mit angeregten Diskussionen und einer interessanten Industrieausstellung. Begleitend fanden am Vortag Workshops mit aktiver Beteiligung der Teilnehmer statt.

www.taktik-rettungsdienst.de

Taktische Lagen im Rettungsdienst 2018 – Einsatztaktik | Taktische Medizin | Organisation // Düsseldorf, 28.11.2018


28.11.2018 in Düsseldorf – Rheinlandsaal /Workshop „Taktische Eigensicherung im Rettungsdienst“ am 27.11.2018 (separat buchbar)

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